Die SpVgg Unterhaching trauert um Karsten Wettberg
Die SpVgg Unterhaching nimmt Abschied von einer prägenden Figur ihrer Vereinsgeschichte. Unser ehemaliger Trainer Karsten Wettberg ist am Sonntag, dem 29. März 2026, im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert der Verein den Architekten des ersten Aufstiegs in den bezahlten Fußball.
Der bayerische „Amateur-Papst“ kam im Sommer 1987 von der Spielvereinigung Landshut nach Unterhaching und gewann direkt in seiner ersten Saison die Meisterschaft der Bayernliga. Nach dem verpassten Aufstieg folgte in der Spielzeit 1988/89 der historische Triumph: Die Mannschaft des in Friesack bei Berlin geborenen Trainers gewann erneut die Meisterschaft und feierte nach einem 2:0-Sieg gegen Edenkoben in der Aufstiegsrunde den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Wegbereiter des Hachinger Profifußballs
Mit dem Aufstieg legte Karsten Wettberg das Fundament für die spätere Etablierung des Vereins im deutschen Profifußball. Sein tiefes Verständnis für den bayerischen Fußball und seine akribische Arbeit machten ihn zu einem der profiliertesten Trainer seiner Generation.
In Erinnerung bleibt nicht nur der sportliche Erfolg, sondern auch die tiefe Emotionalität, mit der er sein Amt ausführte – versinnbildlicht durch seinen legendären Sprung vom Zehn-Meter-Turm im Hachinger Freibad nach dem geglückten Aufstieg.
Anerkennung über das Sportliche hinaus
Trotz der sportpolitischen Differenzen, die im Januar 1990 zu einer vorzeitigen Trennung führten, blickt die SpVgg Unterhaching heute mit großem Respekt und Dankbarkeit auf die gemeinsame Ära zurück. Karsten Wettberg hat in einer entscheidenden Phase der Vereinsgeschichte die richtigen Impulse gesetzt und maßgeblich dazu beigetragen, dass die Vision vom Profifußball in Unterhaching erstmals Realität wurde.
Wettberg hatte aber auch ein großes Herz für das soziale Engagement. So wurde ihm die Ehrenspielführerwürde des FC Sternstunden verliehen, der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. Für diese absolvierte er über 100 Spiele und gehörte zu den eifrigsten Spendensammlern. Wettberg stand bei 99 Pflichtspielen der Rot-Blauen an der Seitenlinie, darunter 23 Spiele in der 2. Bundesliga.
“Karsten war ein wunderbarer Mensch, ein Unikum. Er trug sein Herz auf der Zunge und hatte auch immer ein offenes Ohr für die sozialen Themen”, würdigt auch Präsident Manfred Schwabl Hachings ehemaligen Meistertrainer Karsten Wettberg.
