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01.03.13

Aachen – Ein Verein mit Tradition

Aachen - Ein Verein mit Tradition

18 Schüler des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums, der Oberrealschule und des Realgymnasiums, die gemeinsam auf dem Marienthaler Kasernenhof trainierten, nannten sich anfangs noch Fußballklub Aachen, da dieser Name jedoch schon belegt war, einigte man sich später „Alemannia Aachen“.  Alemannia sollte das Deutschtum im äußeren Westen betonen.

In der Vorkriegszeit pendelten die Aachener stets zwischen der zweitklassigen Bezirksklasse und der erstklassigen Gauliga. Reinhold Münzenberg wurde 1930 der erste Alemanne, der das Trikot der Deutschen Fußballnationalmannschaft trug. Den ersten großen Erfolg feierte der Verein 1938. Man ging als Aufsteiger in die Saison und konnte die Meisterschaft der Gauliga Mittelrhein gewinnen und so das einzige Mal an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teilnehmen. Dort wurden die Aachener in einer Gruppe mit Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg und dem FC Hanau 93 Tabellendritter und schieden aus.

Nach dem Krieg konnten sich die Schwarz-Gelben gemeinsam mit Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 zu den drei durchgängig in der Oberliga West spielenden Vereinen entwickeln. Jedoch wurde den Aachener später bei der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 die Teilnahme, auch nach Einspruch, verweigert. So spielten sie fortan in der zweitklassigen Regionalliga West, mussten aber zwei Jahre hintereinander Hannover 96 sowie dem FC Bayern München den Vortritt lassen, die sich jeweils in den Aufstiegsrunden durchsetzten.

Es dauerte bis ins Jahr 1967 ehe man sich in einer Aufstiegsgruppe mit den Kickers Offenbach, dem 1. FC Saarbrücken, Göttingen 05 und Tennis Borussia Berlin nach sechs gewonnenen Spielen für das Oberhaus qualifizierte. In der ersten deutschen Liga hielt man sich immerhin drei Jahre lang und wurde vor der Abstiegssaison sogar Vize-Meister hinter dem FC Bayern München.

Eine unvergessliche Runde erlebten die Alemannia Fans 2003/2004 als man im DFB-Pokal, nach Siegen gegen 1860 München, Bayern München und Borussia Mönchengladbach nur dem SV Werder Bremen im Endspiel in Berlin mit 2:3 unterlag. Da die Bremer jedoch deutscher Meister wurden, qualifizierte sich Alemannia Aachen als Zweitligist für den UEFA-Cup. Hier schied man in der Runde der letzten 32 gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar aus.

In der Saison 2005/2006 gelang nach 36 Jahren Erstliga-Abstinenz endlich der Wiederaufstieg. Die Aachener belegten aber nach einer enttäuschenden Saison nur den 17.Tabellenplatz und mussten wieder den Gang in die zweite Liga antreten. Die sportliche Krise war perfekt als man in der Saison 2011/2012 in die 3.Liga abstieg. Verbunden mit dem Misserfolg geriet der Verein auch in eine immer schwieriger werdende finanzielle Lage, so musste man am 16. November 2012 ein Insolvenzplanverfahren beantragen und startet nächste Saison eventuell wieder in der Regionalliga West. Dennoch reichten die Aachener fristgerecht die Unterlagen für die Lizenzierung zur 3. Liga ein. In diesem Zusammenhang wurde zuletzt auch bekannt, dass sich die Aachener wohl ein neues Stadion suchen müssen. Zwar ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden, doch die Gläubiger des Tivoli-Stadions gaben bislang noch keine Zusage über die Nutzung in der kommenden Spielzeit.

Die Gäste können also am Samstag frei aufspielen, da sie quasi nichts mehr zu verlieren haben, und werden es den Hachingern somit bestimmt schwer machen.