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13.01.14

Im Interview: Claus Schromm

Im Interview: Claus Schromm

SpVgg: Claus, fünf Spiele – fünf Siege: Das nennt man wohl einen Start nach Maß, oder?

Claus Schromm: Ja, absolut. Mein Trainerkollege Steffen Galm hat gesagt: ‚Das Schöne daran, fünf Siege und 15 Punkte auf dem Konto zu haben, ist einzig und allein die Chance, daraus sechs Siege und 18 Punkte zu machen. So gehen wir eigentlich mit dieser Serie um. Es ist ein super Anreiz für die Jungs, genauso weiterzumachen. Und natürlich ist es für uns ein Traumstart.

SpVgg: Was ist der Trick, um jetzt Spiel für Spiel die Konzentration oben zu halten?

Claus Schromm: Da gibt es kein Rezept. Klar ist, dass wir alle den Aufstieg wollen. Trotzdem wartet Woche für Woche eine neue große Herausforderung auf uns. Wichtig ist, dass man im Team eine gute Mischung von verschiedenen Typen hat. Das ist bei uns definitiv der Fall. Und das Mentale muss stimmen. Das wird im Fußball einfach immer wichtiger.

SpVgg: Woran liegt das?

Claus Schromm: Jedes Jahr kommen Hunderte von sehr gut ausgebildeten U19-Spielern über die NLZ-Ausbildung auf den Markt. Und der Markt ist immer derselbe. Das heißt, die technische, taktische und konditionelle Qualität der Spieler steigt eigentlich von Jahr zu Jahr. Den Unterschied macht dann nicht selten die richtige Mentalität, dieser unbedingte Wille zu siegen.

SpVgg: Wo steht die Hachinger Mannschaft in dieser Hinsicht?

Claus Schromm: Eigentlich waren wir in diesem Punkt immer gut unterwegs und konnten uns viel erarbeiten. Allerdings ist es selten gelungen, dieselbe Mannschaft von Saison A in Saison B zu überführen. In diesem Jahr ist uns das zum ersten Mal gelungen. Entsprechend positiv sind wir in die Saison gegangen. Dass es nun so gut läuft, zeigt uns: Die Richtung stimmt.

SpVgg: Fast die gesamte Ersatzbank hat im Vorjahr noch konstant in der Startelf gestanden. Da hast Du als Trainer die Qual der Wahl…

Claus Schromm: Ja, unser Kapitän hat von Anfang an gemeint, dass er in diesem Jahr nicht in meiner Haut stecken möchte. Unser Kader ist groß und qualitativ hochwertig. Auf der Bank sitzt ein brutal gutes Back-up. Für die Jungs, die draußen sitzen, war es am Anfang erst einmal etwas zum Verdauen. Aber jetzt haben alle gemerkt, wie wichtig jeder ist – und vor allem, wie wichtig jeder Einzelne noch werden wird. Die harten Wochen stehen uns erst noch bevor.

SpVgg: Nun steht ein echtes Highlight bevor: das Pokalspiel gegen Mainz. Wie gehst Du diese Partie an?

Claus Schromm: Für die Mannschaft wird dieses Spiel nicht einfach. Letztes Jahr waren wir nach vier Spielen mit einem Punkt Letzter. Nach einem Grottenkick gegen Schweinfurt zuhause gingen wir zumindest mit einem 1:0 im Rücken in das Pokalspiel gegen Ingolstadt. Gegen dieses Team waren wir dann im Pokalmodus unterwegs. Das heißt, wir haben unser Spiel massiv umgestellt und viele lange Bälle gespielt. Entscheidend war es, sicher zu stehen. Jetzt werden wir gemeinsam mit dem Team einen ähnlichen Plan für Mainz entwickeln. Das ist ein gestandener, stabiler Bundesligist. Also wird es spannend zu sehen, ob meine Mannschaft umschalten kann. Die Liga ist das Eine. Der Pokal ist etwas völlig anderes.

SpVgg: Zu viel Selbstvertrauen kann also gegen eine Bundesliga-Mannschaft schädlich sein?

Claus Schromm: Natürlich sind die Jungs von ihrem Fußball überzeugt und wollen am liebsten so weiterspielen wie in der Liga. Aber sie wollen gleichzeitig auch eine Runde weiterkommen, weil sie schon mal erlebt haben, wie schön das ist. Deshalb muss man einen ganz eigenen Match-Plan entwickeln. Interessanterweise glaube ich aber, dass der Pokal in diesem Jahr für die Mannschaft nicht ganz so hoch hängt wie in der vergangenen Saison.

SpVgg: Weil es vom ganz großen Ziel ablenken könnte?

Claus Schromm: Ein bisschen ist das vielleicht so, ja. Der Aufstieg hat für uns alle ganz klar Priorität. Das hat aber auch einen Vorteil: Wir gehen unbelastet in den Pokal – und werden das Spiel gegen Mainz einfach genießen. Und für den Kopf ist das sicher kein Nachteil. Wichtig ist in jedem Fall die Unterstützung durch unsere Fans. Es darf niemand als gesetzt ansehen, dass es so weitergeht wie letztes Jahr. Wir müssen uns gemeinsam jeden Schritt erkämpfen. Das Team und ich sind dafür in jedem Fall top-motiviert. Wir können nur gewinnen.

Vielen Dank für das Gespräch, Claus!